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4 Stellschrauben der Transformation

Der Präsident der Münchner Hochschule für Philosophie, Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher, hat dieser Tage eine Studie zur „sozial-ökologischen Transformation“ vorgestellt und dabei von 4 Stellschrauben gesprochen, die gleichzeitig bewegt werden müssten:

Erstens müsse der politische Ordnungsrahmen so korrigiert werden, dass alle technologischen und sozialen Innovationen, aber auch Markt und öffentliche Investitionen in Richtung Gemeinwohl gedrängt und gelockt werden. Vor allem müssten endlich alle tatsächlichen Kosten eines Produktes in den Preisen erscheinen…

Zweitens müssten die mit der Transformation verbundenen Zumutungen auf der einen, und Gewinnchancen auf der anderen Seite klar benannt und fair verteilt werden. Das „weiter so!“, also das Vermeiden der Transformation, sei keine Option, weil so künftigen Generationen eine lebensfeindliche Umwelt und den heute benachteiligten Menschen im globalen Süden die Fortsetzung der herrschenden Zumutungen garantiert werde. 

Die dritte Stellschraube sei die Intensivierung aller Partizipations- und Transparenzprozesse. Der Rechtspopulismus profitiere von Verlustängsten, die erfahrungsgemäß mit allen Veränderungsprozessen einhergehen. Dem könne und müsse man mit intensivierter Offenheit und Beteiligung begegnen.   

Viertens müsse der Transformationsprozess auch als kulturell-ethische Aufgabe verstanden werden. Zwar könne die individuelle Lebensstilreform, mit neuen Zielen und Vorstellungen vom „guten Leben“ für sich allein die Probleme nicht lösen; die Bereitschaft zur Reform bei vielen einzelnen sei aber unverzichtbar für die Durchsetzungschancen weitreichender Änderungen des politischen Ordnungsrahmens (Stellschraube 1). 

Dem Mitglied der ÖDP sind diese vier Stellschrauben seit langem bekannt. Schön, dass sie jetzt in einer wichtigen Studie erscheinen.     
Die ganze Studie (bitte nicht erschrecken: sie wurde von der Bischofskonferenz in Auftrag gegeben…) ist zu finden unter      
https://www.digi-log.org/de/projekt/2/sws-studie